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Bonitur = systematische Bestandsbeurteilung. In der praktischen Abschlussprüfung wird sie nach folgenden Punkten geführt:
- Natürliche Verhältnisse — Bodenart, Bodenzahl, Vorfrucht, Witterung der letzten Wochen.
- Pflanzenentwicklung — BBCH-Stadium, Wuchshöhe, Triebzahl je m².
- Bestandsentwicklung — Lückigkeit, Lager, N-Versorgung (Blattfarbe, Nitrat-Schnelltest).
- Unkrautbesatz — Leitunkräuter (Ackerfuchsschwanz, Klettenlabkraut, Kamille) zählen → Bekämpfungsschwelle.
- Schädlings-/Krankheitsbefall — Befallshäufigkeit (% bonitierter Pflanzen) und Befallsstärke (% befallene Blattfläche).
- Ertragserwartung — über Bestandsdichte × KZG (Kornzahl/Ähre) × TKG.
Schlagdokumentation ist nach DüV § 10 und PflSchG verpflichtend: Schlagname, Frucht, Maßnahme, Datum, Mittel, Aufwand, ausführende Person, Wartezeit. Digitale Schlagkartei (z. B. NEXT Farming, Agrarcommander) erfüllt die Aufzeichnungspflicht.
Merksätze
- Boniturreihenfolge: Standort → Pflanze → Bestand → Schaderreger → Prognose.
- Bekämpfungsschwelle bei Unkraut zählt nur über repräsentative Zähleinheit (m² oder Pflanze).
- Aufzeichnung Düngung & PSM: spätestens 2 Tage nach Anwendung (DüV/PflSchG).