Ziel: Ertrag und Qualität sichern, ohne unnötige Kosten, Schäden an Umwelt/Nützlingen oder Resistenzprobleme.
Integrierter Pflanzenschutz (IPM) — die 5 Schritte:
- Vorbeugen (Sortenwahl, Fruchtfolge, Saatzeit, Saatbett, Hygiene)
- Beobachten (Feldkontrolle, Monitoring, Wetter/Risikophase)
- Bewerten (Schadschwelle / Befallsstärke / Stadium)
- Gezielt eingreifen (mechanisch/biologisch/chemisch — minimal nötig)
- Nachkontrolle (Wirkung prüfen, lernen)
Schadorganismen — drei Gruppen:
- Unkräuter/Ungräser (Konkurrenz; Versamung = Zukunftsproblem)
- Krankheiten (meist Pilze; Blattnässe + Temperatur)
- Schädlinge (Insekten/Schnecken; Stadium wichtig)
Diagnose im Feld (5 Punkte):
- Verteilung im Schlag (flächig/nesterweise/Rand/Spuren/Senken)
- Kulturstadium
- Wetter der letzten Tage
- Schadbild (Fraß/Saug/Belag/Flecken/Welke)
- Schadschwelle / wirtschaftliche Bedeutung
Unkrautregulierung:
- Vorauflauf (PRE): vor Auflaufen, bodenwirksam, feuchteabhängig
- Nachauflauf (POST): bei sichtbaren Pflanzen, blattwirksam
- Kritische Konkurrenzphase: erste Wochen entscheiden Ertrag
- Samenbank: Versamung = Probleme in Folgejahren
Krankheiten: dichter Bestand → feuchteres Mikroklima → mehr Blattnässe → mehr Krankheitsdruck. Vorbeugung: Sorte, Fruchtfolge, Bestandesdichte, Strohreste-Management.
Schädlinge: Stadium und Zeitpunkt zentral. Jungstadien empfindlich. Randbefall und Zuflug typisch.
Resistenz entsteht durch immer gleiches Handeln. Wirkmechanismen wechseln, Fruchtfolge nutzen, richtige Dosis (Unterdosierung fördert Probleme).
Anwendungssicherheit: Abdrift vermeiden, Mischungen nur wenn zulässig, Schutz von Gewässern/Nützlingen.
- Erst Muster erkennen, dann Ursache.
- Fungizid ersetzt keine Blattfläche — es schützt die noch gesunde.
- Immer dasselbe = irgendwann wirkungslos.