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Das 4R-Prinzip ist die Entscheidungslogik für jede Düngemaßnahme:
- Right Rate — richtige Menge
- Right Time — richtiger Zeitpunkt
- Right Source — richtige Form
- Right Place — richtige Platzierung
Ziel: Nährstoffe sollen pflanzenwirksam werden, bevor sie verloren gehen oder festgelegt werden.
R1 — Menge: bedarfsgerecht, nicht maximal. Orientierung an Ertragsziel, Versorgungslage (Bodenuntersuchung), Nachlieferung aus org. Substanz.
R2 — Zeitpunkt: Timing entscheidet, ob Nährstoffe aufgenommen oder verloren werden.
- N: zu früh + viel Wasser + geringe Aufnahme = hohes Auswaschungsrisiko
- P: oft zu wenig verfügbar in der Frühphase
- S: Sulfat ist mobil → Gabe näher an Bedarf
R3 — Form:
- N als NO₃⁻: schnell, aber mobil
- N als NH₄⁺/Harnstoff: langsamer, aber NH₃-Verluste auf Oberfläche
- P: stark chemie-/platzierungsabhängig
- S: Sulfat sofort wirksam, S⁰ braucht Oxidation
R4 — Platzierung:
- P „platzgebunden“ → Band/Unterfuß nahe Keimwurzel
- Gülle/Harnstoff: Schlitzung/Injektion, schnelle Einarbeitung
- Hanglagen: Erosions-/Runoff-Risiko beachten
Typische Fehler:
- Zu große Einmalgabe → lange Überschusszeit
- Zu frühe Gabe vor Niederschlag → NO₃-Verlagerung
- Harnstoff/Gülle ohne Einarbeitung warm/windig → NH₃-Verluste
- P breit gestreut bei Kälte ohne Platzierung → Jugendentwicklungsengpass
- Keine Anpassung an Standort (Sand vs. Lehm, Hang vs. eben)
Merksätze
- Menge passt zum Bedarf, Zeitpunkt zur Aufnahme, Form zur Verlustlogik, Ort zur Wurzelzone.
- Wenn ein R falsch ist, sinkt Wirkung und Geld wird verbrannt.