Wenn die Probe schlecht ist, ist jede Düngeempfehlung Glückspiel. Bodenuntersuchungen sind nur so gut wie:
- Probenahmefläche
- Einstichtiefe
- Zeitpunkt
- Anzahl/Verteilung der Teilproben
- Labor-/Methodenstandard
5.1 Probenahmefläche & Homogenität: Eine Mischprobe darf nur Flächen zusammenfassen, die vergleichbar sind (Bodenart, Relief, Nutzung). Bei klaren Unterschieden (Senken/Kuppen, Sandlinse, Fahrspuren) → Zonenproben oder separate Mischproben.
5.2 Einstichtiefe:
- Ackerland: typisch 0–30 cm
- Grünland: typisch 0–10 cm
P ist oft geschichtet (oberste cm bei Minimalbearbeitung), Nmin/NO₃ kann verlagert sein. Falsche Tiefe = systematisch falsche Schlüsse.
5.3 Zeitpunkt: Probenahme nach der Ernte und vor der nächsten Düngung.
Klassische Verfälschungen:
- Direkt nach Kalkung → pH zu hoch
- Nach Starkregen → Nmin unterschätzt
- Direkt nach Düngung → keine Aussage über Versorgungslage
5.4 Teilproben: Viele Teilproben gleichmäßig verteilt (Raster/Zickzack), keine Randbereiche, keine Hotspots.
5.5 Interpretation: pH-Werte sind methodenabhängig. Bodenwerte sind Puffer-/Vorratsindikatoren, keine Garantie für Pflanzenaufnahme (gilt v.a. für P und Mikronährstoffe).
- Mischprobe gilt nur für die Probenahmefläche.
- Mehr Heterogenität → mehr Teilproben oder Zonenproben.