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Integrierter Pflanzenschutz (IPS) ist gesetzliche Pflicht (§ 3 PflSchG, RL 2009/128/EG) und priorisiert nicht-chemische Maßnahmen. Reihenfolge:
- Vorbeugung — standortgerechte Sorten, gesundes Saatgut, weitgestellte Fruchtfolge, ausgewogene Nährstoffversorgung, Erosionsschutz.
- Monitoring — regelmäßige Bestandskontrollen, Pheromonfallen, Wetterstationen, ISIP/Prognosemodelle (z. B. proPlant, SIMONTO).
- Schadschwellen — z. B. Blattläuse Weizen ab BBCH 51: 60–80 % befallene Ähren; Rapsglanzkäfer: 3–5 Käfer/Pflanze BBCH 51.
- Nicht-chemische Verfahren — Hacke, Striegel, Walzen, Nützlingsförderung (Schlupfwespen, Florfliegen, Carabiden).
- Resistente Sorten — z. B. Septoria-tolerante Weizensorten, BCA-Index in Beschreibender Sortenliste.
- Chemischer PSM-Einsatz — nur bei Überschreitung Schadschwelle, mit zugelassenem Mittel (BVL-Liste), unter Beachtung Resistenzmanagement (Wirkstoffwechsel FRAC/HRAC/IRAC-Gruppen).
Dokumentationspflicht (§ 11 PflSchG): Datum, Anwender, Fläche, Kultur, Mittel, Aufwandmenge, Schaderreger, Wartezeit. Aufbewahrung 3 Jahre.
Pflanzenschutz-Sachkunde: Nachweis alle 3 Jahre durch 4 LE Fortbildung verlängern.
Merksätze
- Erst Vorbeugen, dann Beobachten, dann Eingreifen — chemisch ist letztes Mittel.
- Schadschwelle immer auf repräsentativer Zähleinheit (m² oder Pflanzenzahl).
- Resistenzmanagement: Wirkmechanismen rotieren (FRAC/HRAC/IRAC).