Landwirt
Lernfeld 1 · 160 h

Pflanzliche Produktion (Grundstufe)

Lernziel

Grundlagen pflanzlicher Produktion: Standort, Bodenbearbeitung, Saat, Düngung, Bestandspflege, Ernte.

Inhalte

  • Standort, Klima, Witterung
  • Boden: Bestandteile, Bodenarten, Wasserhaushalt
  • Bodenbearbeitung & Geräte
  • Saatgut, Aussaat, Bestandesdichte
  • Düngung: mineralisch & organisch, Mengenberechnung, Gewässerschutz
  • Bestandspflege, Pflanzenschutz, Unkraut/Krankheiten
  • Ernte, Lagerung, Vorratsschutz

Fragen (20)

Welche Bodenart hat die größte Wasserspeicherkapazität?single
  • Sand
  • Schluff
  • Ton
  • Kies
Lösung
Ton

Tonböden haben aufgrund der feinen Poren die höchste nutzbare Feldkapazität, allerdings ist ein Teil davon nicht pflanzenverfügbar (Totwasser).

Berechne die nötige Menge KAS (27 % N) bei einem Düngebedarf von 150 kg N/ha.freitext
Lösung
≈ 556 kg KAS/ha

150 / 0,27 ≈ 555,6 kg KAS/ha

Welche Sperrfrist für N-Düngung auf Acker schreibt die DüV vor?single
  • 01.10.–15.01.
  • Ernte Hauptkultur bis 31.01.
  • 01.11.–28.02.
  • 01.09.–31.12.
Lösung
Ernte Hauptkultur bis 31.01.

DüV § 6: Sperrfrist von Ernte der letzten Hauptkultur bis 31.01., Grünland 01.11.–31.01.

Berechne die N-Salden eines Schlages: Düngung 180 kg N/ha, Ernteentzug 145 kg N/ha. Wie hoch ist der N-Saldo?freitext
Lösung
Saldo = 180 − 145 = +35 kg N/ha (Überschuss).
Nenne die 6 Punkte einer vollständigen Schlag-Bonitur.freitext
Lösung
1) natürliche Verhältnisse 2) Pflanzenentwicklung 3) Bestandsentwicklung 4) Unkrautbesatz 5) Schädlings-/Krankheitsbefall 6) Ertragserwartung.
Welche Korngrößenfraktion umfasst Schluff nach DIN 4022?single
  • < 0,002 mm
  • 0,002–0,063 mm
  • 0,063–2 mm
  • > 2 mm
Lösung
0,002–0,063 mm

Schluff: 2–63 µm, Ton < 2 µm, Sand 63 µm – 2 mm.

In welchem pH-Bereich liegt das Optimum für Ackerbau auf lehmigen Böden?single
  • 4,5–5,0
  • 5,5–6,0
  • 6,0–6,8
  • 7,5–8,0
Lösung
6,0–6,8

Lehm: pH 6,0–6,8, Sand niedriger (5,5–6,0), Ton höher (6,8–7,2).

Welche der folgenden Maßnahmen zählen zur konservierenden Bodenbearbeitung?multi
  • Pflug mit Wendung
  • Mulchsaat
  • Direktsaat
  • Grubber-Stoppelbearbeitung
Lösung
Mulchsaat, Direktsaat, Grubber-Stoppelbearbeitung

Konservierend = nicht-wendend, Mulchauflage erhalten.

Wie hoch ist der N-Düngebedarf in kg/ha bei 200 dt/ha Silomais (Bedarfswert 1,1 kg N/dt)?freitext
Lösung
220 kg N/ha

200 × 1,1 = 220 kg N/ha (vor Abzügen Nmin, org. Düngung).

Welche Sperrfrist gilt nach DüV für N-haltige Düngemittel auf Ackerland?single
  • 1.10.–31.12.
  • 1.11.–31.01.
  • Ernte der Hauptfrucht bis 31.01.
  • 1.12.–15.02.
Lösung
Ernte der Hauptfrucht bis 31.01.

DüV §6 Abs. 8: Sperrfrist Ackerland von Ernte Hauptfrucht bis 31.1.

In roten Gebieten nach DüV darf der ermittelte N-Bedarf um 20 % unterschritten werden müssen.wahrfalsch
Lösung
wahr

DüV §13a: 20 % Reduktion gegenüber Bedarf in nitratbelasteten Gebieten.

Welcher Nährstoff ist in Kalkammonsalpeter (KAS) enthalten?single
  • Nur Nitrat-N
  • Ammonium- und Nitrat-N
  • Harnstoff-N
  • Ammonium-N und P
Lösung
Ammonium- und Nitrat-N

KAS: ½ NH4-N, ½ NO3-N, plus Calcium-/Magnesiumcarbonat.

Welche Fruchtfolgeglieder gelten als Blattfrucht?single
  • Weizen, Gerste
  • Raps, Zuckerrübe, Kartoffel
  • Roggen, Triticale
  • Mais, Hafer
Lösung
Raps, Zuckerrübe, Kartoffel

Blattfrüchte hinterlassen gare Krume und gute Vorfruchtwirkung.

Was beschreibt die Feldkapazität (FK)?single
  • Wasser, das nach Sättigung gegen die Schwerkraft gehalten wird
  • Maximale Wasseraufnahme bei Sättigung
  • Totwasser im Feinporenbereich
  • Welkepunkt der Pflanzen
Lösung
Wasser, das nach Sättigung gegen die Schwerkraft gehalten wird
Welche Bodenart hat bei gleichem pH die höchste KAK?single
  • Sand
  • Lehm
  • Ton
  • Schluff
Lösung
Ton

Tonminerale haben hohe Kationenaustauschkapazität (>25 cmol/kg).

Welche Maßnahme reduziert wirksam Bodenerosion durch Wasser?single
  • Pflügen quer zum Hang
  • Pflügen in Falllinie
  • Schwarzbrache
  • Tiefe Saatbettbereitung
Lösung
Pflügen quer zum Hang
Berechne den Saatgutbedarf (kg/ha) für Winterweizen: TKG 45 g, Aussaatstärke 350 Körner/m², Keimfähigkeit 95 %.freitext
Lösung
≈ 166 kg/ha

(350 × 45 × 100) / (95 × 1000) ≈ 165,8 kg/ha.

Welcher Wirkstoff darf nach EU-Verbot 2018 im Freiland nicht mehr als Beize bei Raps eingesetzt werden?single
  • Glyphosat
  • Clothianidin (Neonicotinoid)
  • Metazachlor
  • Bentazon
Lösung
Clothianidin (Neonicotinoid)
Ein Sachkundenachweis Pflanzenschutz nach §9 PflSchG ist alle 3 Jahre durch Fortbildung zu erneuern.wahrfalsch
Lösung
wahr
Welche Gründüngung bindet als Leguminose Luftstickstoff?single
  • Senf
  • Ölrettich
  • Phacelia
  • Lupine
Lösung
Lupine

Praxisaufgaben (3)

Aussaatmenge Winterweizen berechnen

Ein Landwirt möchte Winterweizen mit einer Bestandesdichte von 350 Körnern/m² aussäen. Das TKG beträgt 45 g, die Keimfähigkeit liegt bei 95 %.

Gegeben: Körner/m² = 350, TKG = 45 g, Keimfähigkeit = 95 %
Gesucht: Aussaatmenge in kg/ha
Lösungsweg
  1. Formel: Aussaatmenge = (K/m² × TKG) / (Keimf. × 10)
  2. = (350 × 45) / (95 × 10)
  3. = 15.750 / 950
  4. ≈ 16,58 kg/100 m² → ≈ 165,8 kg/ha
Ergebnis: ≈ 166 kg/ha
KAS-Düngermenge berechnen

Düngebedarf 165 kg N/ha. Es wird KAS (27 % N) verwendet. Berechne die KAS-Menge in kg/ha.

Gegeben: Bedarf = 165 kg N/ha, N-Gehalt KAS = 27 %
Gesucht: KAS-Menge in kg/ha
Lösungsweg
  1. Menge = N-Bedarf / N-Gehalt
  2. = 165 / 0,27
  3. ≈ 611 kg KAS/ha
Ergebnis: ≈ 611 kg KAS/ha
Düngeraufwandmenge berechnen

Auf einem Schlag sollen 60 kg N/ha als KAS (27 % N) gedüngt werden. Schlaggröße 18,5 ha. Welche Menge KAS wird insgesamt benötigt?

Gegeben: Reinnährstoff = 60 kg N/ha, N-Gehalt KAS = 27 %, Fläche = 18,5 ha
Gesucht: kg KAS gesamt
Lösungsweg
  1. kg KAS/ha = 60 / 0,27 ≈ 222 kg/ha
  2. Gesamt = 222 × 18,5 ≈ 4 107 kg
Ergebnis: ≈ 222 kg KAS/ha · gesamt ≈ 4,1 t