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Lernfeld 8 · Kapitel 1

Fälltechnik: Fallkerb, Bruchleiste, Halteband

Holzernte

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Der kontrollierte Fall eines Baumes beruht auf drei Schnittelementen. Reihenfolge immer: Fallkerb → Fällschnitt → Halteband trennen.

1. Fallkerb (Keil):

  • Öffnungswinkel 45–70 ° (Buche/Esche eher 70°, weiches Holz 45°).
  • Tiefe ca. 1/4–1/5 des Stammdurchmessers auf Fallrichtung.
  • Sehne (Kerbsohle) horizontal und exakt rechtwinklig zur Fallrichtung.

2. Fällschnitt (Rückwärtsschnitt):

  • Liegt 2–3 cm oberhalb der Kerbsohle (verhindert Stammausriss/'Splittersitz').
  • Wird so geführt, dass eine Bruchleiste stehen bleibt (Faserrest, der den Baum während des Falls steuert).
  • Bruchleistendicke ≈ 1/10 des Stammdurchmessers (z. B. 6 cm bei 60 cm BHD).

3. Halteband / Splintholzband:

  • Bei dickeren Bäumen wird ein schmales Band auf der Rückseite stehen gelassen, bis der Baum mit Keil/Fällheber 'auf Wanderschaft' gebracht ist. Dann letztes Trennen des Bandes — Baum fällt kontrolliert.

Sicherheitsregeln:

  • Rückweichen vorher freischneiden, ca. 45° schräg rückwärts zur Fallrichtung.
  • Fluchtweg von 5 m vor dem Fall nutzen, nicht stehen bleiben.
  • Bei Sturm, Schwachlicht oder schlechter Sicht kein Fällen.
  • Holz in Spannung: Druckseite anschneiden, Zugseite trennen — sonst Aufreißen, 'Witwenmacher'.

Häufige Fehler:

  • Zu dünne Bruchleiste → Baum dreht/wirft sich.
  • Stufe zwischen Kerbsohle und Fällschnitt fehlt → Stammspaltung.
  • Falsche Fallrichtung an Hängern oder Vorlieger → unkontrollierter Fall.
Merksätze
  • Reihenfolge: Kerb → Fällschnitt → Halteband.
  • Bruchleiste = Lenkrad des Baumes — nie ganz durchschneiden.
  • Fluchtweg wird benutzt, nicht nur gedacht.
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