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Der kontrollierte Fall eines Baumes beruht auf drei Schnittelementen. Reihenfolge immer: Fallkerb → Fällschnitt → Halteband trennen.
1. Fallkerb (Keil):
- Öffnungswinkel 45–70 ° (Buche/Esche eher 70°, weiches Holz 45°).
- Tiefe ca. 1/4–1/5 des Stammdurchmessers auf Fallrichtung.
- Sehne (Kerbsohle) horizontal und exakt rechtwinklig zur Fallrichtung.
2. Fällschnitt (Rückwärtsschnitt):
- Liegt 2–3 cm oberhalb der Kerbsohle (verhindert Stammausriss/'Splittersitz').
- Wird so geführt, dass eine Bruchleiste stehen bleibt (Faserrest, der den Baum während des Falls steuert).
- Bruchleistendicke ≈ 1/10 des Stammdurchmessers (z. B. 6 cm bei 60 cm BHD).
3. Halteband / Splintholzband:
- Bei dickeren Bäumen wird ein schmales Band auf der Rückseite stehen gelassen, bis der Baum mit Keil/Fällheber 'auf Wanderschaft' gebracht ist. Dann letztes Trennen des Bandes — Baum fällt kontrolliert.
Sicherheitsregeln:
- Rückweichen vorher freischneiden, ca. 45° schräg rückwärts zur Fallrichtung.
- Fluchtweg von 5 m vor dem Fall nutzen, nicht stehen bleiben.
- Bei Sturm, Schwachlicht oder schlechter Sicht kein Fällen.
- Holz in Spannung: Druckseite anschneiden, Zugseite trennen — sonst Aufreißen, 'Witwenmacher'.
Häufige Fehler:
- Zu dünne Bruchleiste → Baum dreht/wirft sich.
- Stufe zwischen Kerbsohle und Fällschnitt fehlt → Stammspaltung.
- Falsche Fallrichtung an Hängern oder Vorlieger → unkontrollierter Fall.
Merksätze
- Reihenfolge: Kerb → Fällschnitt → Halteband.
- Bruchleiste = Lenkrad des Baumes — nie ganz durchschneiden.
- Fluchtweg wird benutzt, nicht nur gedacht.