Lernmodus Forstwirt
Lernfeld 7 · Kapitel 1

Ökosystem Wald & Naturschutz im Wirtschaftswald

Naturschutz

1 · Lesen2 · Fragen (0/6)3 · Auswertung
1 min·6 Fragen folgen

Wald liefert vielfältige Ökosystemleistungen: Klimaschutz (C-Speicher), Trinkwasserschutz, Holzproduktion, Erholung, Lebensraum für ca. 6.700 Tierarten allein in Deutschland.

Drei Schutzsäulen:

  • Prozessschutz (Naturwaldreservate, Nationalparke): Eingriffsverzicht.
  • Integrativer Naturschutz im Wirtschaftswald: Strukturreichtum, Habitatbäume, Totholz.
  • Segregation: Schutzgebiete neben intensiverer Nutzung.

Habitatbäume (Biotopbäume): alte, dicke Bäume mit Höhlen, Spechtlöchern, Mulm, Risborke. Mindestempfehlung: 5–10 Habitatbäume/ha dauerhaft markieren und stehen lassen.

Totholz: stehend (Hochstubben, 'Anwärter') und liegend. Ziel: 20–40 m³/ha in Wirtschaftswäldern (Naturnähestufe). Lebensraum für Pilze, Käfer (Eremit, Hirschkäfer), Spechte, Fledermäuse.

Geschützte Arten — Fristen für Holzeinschlag:

  • Brut- und Setzzeit: § 39 BNatSchG, allgemeines Eingriffsverbot in Hecken/Gebüschen 1.3.–30.9.
  • Horstbäume von Greifvögeln (z. B. Schwarzstorch 300 m Schutzradius in Kernzone) — Einschlagverbote/Auflagen.

FFH-Gebiete & Verschlechterungsverbot (§ 33 BNatSchG): keine Verschlechterung des Erhaltungszustands geschützter Arten/Lebensräume.

Praxis: Vor jedem Hieb Habitatbaum-/Horstkartierung, Rücksicht auf nasse Standorte, Erhalt von 'Trittsteinen'.

Merksätze
  • Habitatbäume und Totholz sind Naturschutz im Alltag.
  • 1.3.–30.9. ist Brut- und Setzzeit — Eingriffe sind eingeschränkt.
  • FFH-Gebiete: Verschlechterung verboten, Maßnahmen genehmigungspflichtig.
Lernmodus Forstwirt