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Lernfeld 6 · Kapitel 1

Borkenkäfer-Management (Buchdrucker & Kupferstecher)

Forstschutz

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Der Buchdrucker (Ips typographus) ist der wichtigste Schädling der Fichte. Bei Massenvermehrung (Trockenstress, Sturmwurf, milde Winter) brechen ganze Bestände zusammen.

Biologie:

  • Schwärmflug ab ca. 16–18 °C Lufttemperatur, meist ab April.
  • 1–3 Generationen pro Jahr in DE, je nach Klima (in heißen Jahren bis 4 inkl. Geschwisterbruten).
  • Eine Brut entwickelt sich in 6–10 Wochen, ein Käferweibchen legt 30–80 Eier.

Befallsbild:

  • Frischer Befall: braunes Bohrmehl in Rindenrissen/an Stammfuß, Harztropfen, Spechtabschläge.
  • Späterer Befall: Kronenverfärbung (gelb→rot→grau), Rindenabfall, Brutbild 'Buchdrucker' (3–5 Muttergänge sternförmig).

'Saubere Wirtschaft' — Bekämpfungsstrategie:

  1. Befallsbäume rasch erkennen (wöchentliche Kontrolle Mai–Sept., Pheromonfallen als Monitoring nicht zur Bekämpfung).
  2. Aufarbeitung vor Ausflug — befallene Stämme fällen, entrinden oder mind. 500 m aus dem Wald rücken bzw. Hackschnitzel/Hackholz herstellen.
  3. Sturmwurf zügig räumen — frisches Bruchholz ist Brutmaterial.
  4. Bestände stabilisieren — Mischung, Tannenanbau, dort wo möglich Wechsel der Hauptbaumart.

Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) befällt schwächere Stammteile/Kronen, ähnliche Strategie, kleinere Brutbilder.

Rechtlicher Rahmen: Befallsmeldepflicht in den meisten Landeswaldgesetzen.

Merksätze
  • Bohrmehl heute = Käferloch morgen.
  • Pheromonfallen sind Frühwarnsystem, kein Pflanzenschutz.
  • Sauberer Wald = befallenes Holz raus, bevor die Generation ausfliegt.
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