Lernmodus Forstwirt
Lernfeld 5 · Kapitel 1

Durchforstungsarten & -wirkung

Durchforstung

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Durchforstung = Pflegeeingriff im Baumholz zugunsten der Z-Bäume. Im Gegensatz zur Läuterung bringt sie Erlös (verkaufsfähiges Holz).

Drei klassische Verfahren:

  1. Niederdurchforstung — Entnahme aus dem unterständigen Bestand (unterdrückte und beherrschte Bäume nach Kraft'sche Klassen 4 und 5). Ziel: gleichmäßiger, geschlossener Bestand. Heute selten, weil unterständige Bäume kein Bedränger des Z‑Baums sind.
  2. Hochdurchforstung (positiv) — Entnahme herrschender Bedränger (Klasse 2, teils 1) zur Förderung definierter Z‑Bäume. Standard im modernen Waldbau.
  3. Auslesedurchforstung (Schädelin/Abetz) — Konsequente Z‑Baum‑Förderung, alle 5–7 Jahre, 80–120 Z‑Bäume/ha bei Buche, 60–100 bei Fichte.

Wirkung:

  • Z‑Baum erhält Kronenfreistellung → Stärkenzuwachs steigt deutlich (Buche/Eiche: + 30 % Volumenzuwachs am Z‑Baum).
  • Risiko bei zu starken Eingriffen: Sonnenbrand (besonders Buche), Sturmwurf, Wassergallen.

Eingriffsstärke: Faustregel Hochdurchforstung Fichte: 15–20 % der Grundfläche je Eingriff, alle 5–7 Jahre. Eingriffe rechtzeitig beginnen (h_dom ≈ 12–15 m), nicht erst 'wenn was zu holen ist'.

Stehende Inventur (R1/R2): vor jedem Eingriff Z‑Bäume markieren, Bedränger ausweisen — 'grün weg, blau bleibt' o. ä. Farbcode.

Merksätze
  • Heute Hochdurchforstung — der Bedränger fällt, nicht der Schwächling.
  • Auslesedurchforstung: Z‑Baum konsequent freistellen.
  • Rechtzeitig + mäßig + regelmäßig schlägt spät + stark.
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