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Lernfeld 2 · Kapitel 1

Waldböden & Humusformen

Standortkunde

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Waldböden unterscheiden sich von Ackerböden vor allem durch eine organische Auflage (Streu) und eine geringere Bearbeitung. Sie speichern Wasser, liefern Nährstoffe und sind Wurzelraum.

Humusformen (von biologisch aktiv → träge):

  • Mull — schnelle Streuzersetzung, hoher Bodenleben-Anteil, neutrale bis basische Standorte (Buche/Esche auf Kalk).
  • Moder — Übergangsform, mäßige Zersetzung, häufig auf Mischbeständen.
  • Rohhumus — saure, kühl-feuchte Standorte (Fichte/Kiefer), langsame Zersetzung, Filzschicht; Nährstoffe 'eingefroren'.

Bodenhorizonte (vereinfacht): L (Streu) → Of (fermentiert) → Oh (humifiziert) → Ah (mineralisch + Humus) → B → C.

Ökologische Bedeutung:

  • pH und Basensättigung steuern Mykorrhiza- und Bakteriengemeinschaften.
  • Streuabbau = Nährstoffrückführung — bei Rohhumus stockt der Kreislauf, Bestände 'verhungern' trotz Bodenmaterial.
  • Bodenverdichtung durch Maschinen (Harvester, Forwarder) zerstört Grobporen → Wurzelsterben, Vernässung.

Praxis: Rückegassen alle 20–40 m, Befahrung nur bei trag­fähigem Boden (Frost, trockene Sommer).

Merksätze
  • Mull = aktiv, Moder = mittel, Rohhumus = träge.
  • Ohne Mykorrhiza keine Nährstoffaufnahme — Boden ist lebendig.
  • Befahren nur bei Tragfähigkeit — Verdichtung ist irreversibel.
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