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Die Wahl des Bodenbearbeitungsverfahrens beeinflusst Mineralisierung, Erosion, Krankheitsdruck und Kraftbedarf.
Pflug (wendend):
- Vollständige Einarbeitung von Ernteresten/Mist
- Gute Unkrautbekämpfung (Wurzelunkräuter), Mausreduktion
- Hoher Zugkraftbedarf (50–80 kW/m), Erosionsrisiko, Mineralisierungs-Push
- Tiefe meist 25–30 cm, On-/Offland-Pflug
Grubber (mischend, nicht wendend):
- Flach (5–8 cm Stoppelbearbeitung) bis tief (Tiefenlockerer 35 cm)
- Strohverteilung wichtig (Häcksler-Qualität!) — sonst „Strohmatratze“
- Kraftbedarf 25–45 kW/m, höhere Flächenleistung als Pflug
- Konservierende Bodenbearbeitung = Mulchsaat-tauglich
Kurzscheibenegge (mischend, oberflächlich):
- 5–12 cm tief, ideal für Stoppelsturz und Saatbettbereitung
- Sehr hohe Flächenleistung (15–18 km/h möglich)
- Schwächer bei verfilztem Stroh oder feuchten Tonböden
Direktsaat (No-till):
- Keine Bearbeitung, Saatschar schneidet in Mulchauflage
- Maximaler Erosionsschutz, Humusaufbau
- Erfordert Glyphosat-Strategie oder mechanische Alternativen, hohe Bestandsführung
Faustwerte Erosionsschutz: Pflug Bedeckungsgrad < 10 %, Mulchsaat 30–60 %, Direktsaat > 60 %. GLÖZ 5 (DüV/CC) verlangt erosionsschützende Bewirtschaftung in CC-Wassererosionsklassen.
Merksätze
- Pflug verbrennt Stroh-N und Diesel — aber putzt das Feld.
- Mulchsaat ab 30 % Bedeckung — pflichtig in CCWasser-Klassen.
- Strohverteilung am Mähdrescher entscheidet die Folgesaison.