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Lernfeld 9 · Kapitel 1

Bodenbearbeitung: Pflug, Grubber, Scheibenegge im Vergleich

Bodenbearbeitung

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Die Wahl des Bodenbearbeitungsverfahrens beeinflusst Mineralisierung, Erosion, Krankheitsdruck und Kraftbedarf.

Pflug (wendend):

  • Vollständige Einarbeitung von Ernteresten/Mist
  • Gute Unkrautbekämpfung (Wurzelunkräuter), Mausreduktion
  • Hoher Zugkraftbedarf (50–80 kW/m), Erosionsrisiko, Mineralisierungs-Push
  • Tiefe meist 25–30 cm, On-/Offland-Pflug

Grubber (mischend, nicht wendend):

  • Flach (5–8 cm Stoppelbearbeitung) bis tief (Tiefenlockerer 35 cm)
  • Strohverteilung wichtig (Häcksler-Qualität!) — sonst „Strohmatratze“
  • Kraftbedarf 25–45 kW/m, höhere Flächenleistung als Pflug
  • Konservierende Bodenbearbeitung = Mulchsaat-tauglich

Kurzscheibenegge (mischend, oberflächlich):

  • 5–12 cm tief, ideal für Stoppelsturz und Saatbettbereitung
  • Sehr hohe Flächenleistung (15–18 km/h möglich)
  • Schwächer bei verfilztem Stroh oder feuchten Tonböden

Direktsaat (No-till):

  • Keine Bearbeitung, Saatschar schneidet in Mulchauflage
  • Maximaler Erosionsschutz, Humusaufbau
  • Erfordert Glyphosat-Strategie oder mechanische Alternativen, hohe Bestandsführung

Faustwerte Erosionsschutz: Pflug Bedeckungsgrad < 10 %, Mulchsaat 30–60 %, Direktsaat > 60 %. GLÖZ 5 (DüV/CC) verlangt erosionsschützende Bewirtschaftung in CC-Wassererosionsklassen.

Merksätze
  • Pflug verbrennt Stroh-N und Diesel — aber putzt das Feld.
  • Mulchsaat ab 30 % Bedeckung — pflichtig in CCWasser-Klassen.
  • Strohverteilung am Mähdrescher entscheidet die Folgesaison.
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