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Moderne Agrartechnik ist hydraulisch gesteuert. Wer Hydraulik liest, repariert und plant, erkennt Fehler vor dem Ausfall.
Grundgleichungen:
- Druck: p = F / A — gemessen in bar (1 bar ≈ 14,5 psi); typische Schlepper-Arbeitsdrücke 180–210 bar
- Volumenstrom: Q = V / t — in l/min; Pumpenleistung Schlepper 60–180 l/min
- Hydraulische Leistung: P[kW] = (p[bar] · Q[l/min]) / 600
Pumpentypen:
- Konstantpumpe (Zahnradpumpe): liefert immer den vollen Volumenstrom; Überschuss wird über Druckbegrenzungsventil abgesteuert (Wärme!)
- Verstellpumpe (Axialkolben): liefert bedarfsgerecht — Grundlage für Load-Sensing (LS)
Load Sensing: Die LS-Leitung meldet den höchsten Verbraucherdruck zurück; die Pumpe liefert exakt diesen Druck + ca. 20 bar Differenz. Vorteile: weniger Energieverlust, mehrere Verbraucher gleichzeitig mit unterschiedlichen Drücken (z. B. Front-Mähwerk + Heck-Schwader).
Schnellkupplungen ISO 7241-1 (A) bzw. -2 (B) — bei Druck nicht trennbar! Vor dem Lösen Steuergerät in Schwimmstellung schalten, um Restdruck abzubauen.
Häufige Fehlerbilder:
- Hubwerk schwach → Druckbegrenzung fällt; Filter zu; LS-Leitung undicht
- Heißes Öl (> 80 °C) → Kühler verschmutzt, Dauerabsteuerung Konstantpumpe, Innenleckage Zylinder
- Schwammiges Hubwerk → Luft im System, falsches Öl (HVLP statt HLP)
Merksätze
- P[kW] = p · Q / 600 — Energie immer mitdenken.
- Load Sensing liefert nur, was der Verbraucher braucht — spart Diesel.
- Heißes Öl ist immer ein Symptom — nie die Ursache.