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Lernfeld 4 · Kapitel 1

Düngeverordnung (DüV) & Stoffstrombilanz im Lohneinsatz

Düngerecht

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Die Düngeverordnung (DüV) regelt Anwendung, Lagerung und Aufzeichnung organischer und mineralischer Düngung.

Kernregeln (Stand 2024):

  • Düngebedarfsermittlung (DBE) vor jeder Düngung pflicht — schlag- bzw. bewirtschaftungseinheitenbezogen
  • Sperrfristen: Acker ab Ernte der letzten Hauptkultur bis 31.01. (Mineral-N und N-haltige org. Dünger > 1,5 % N TS); Grünland 01.11.–31.01.
  • 170 kg N/ha aus organischer Düngung im Betriebsmittel pro Jahr (Cross Compliance), in Roten Gebieten 20 % unter Bedarf
  • Aufbringtechnik: Gülle/Gärrest auf bestelltem Acker seit 01.02.2020 nur streifenförmig (Schleppschlauch/Schleppschuh) oder mit Injektion; auf bestelltem Grünland/mehrjährigem Feldfutter gilt die Pflicht ab 01.02.2025
  • Einarbeitungspflicht auf unbestelltem Acker: innerhalb 4 h nach Ausbringung (DüV § 6 Abs. 1; in Roten Gebieten und bei Geräten ohne streifenförmige Ausbringung verkürzte Frist von 1 h)

Lohnunternehmer-Pflichten:

  • Lieferschein nach § 11 DüV für jede Wirtschaftsdüngerlieferung (Menge, N/P, Datum, Lieferant/Abnehmer) — 7 Jahre aufbewahren
  • Aufzeichnung der Aufbringung binnen 2 Tagen
  • Geräte-Funktionskontrolle für Streuer (alle 3 Jahre, DLG-Anerkennung)

Stoffstrombilanz (StoffBilV): Auf Bundesebene aktuell ausgesetzt, in Roten Gebieten weiterhin landesrechtlich gefordert. Erfasst alle N/P-Zu- und Abflüsse (Saatgut, Dünger, Futtermittel, Tiere, Ernte).

Merksätze
  • Ohne DBE keine Düngung — auch nicht für Lohnkunden.
  • Einarbeiten innerhalb 4 h (Standard) bzw. 1 h (Rote Gebiete) — Logistik vorausplanen.
  • Gülle-Lieferschein 7 Jahre aufheben — sonst Bußgeld bis 50 000 €.
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