Lernmodus FK Agrarservice
Lernfeld 3 · Kapitel 2

Fruchtfolge, Vorfrucht-Nachfrucht-Wirkungen & Konditionalitäten

Pflanzenbau-Systematik

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Eine Fruchtfolge ist die geplante zeitliche Abfolge von Kulturen auf einem Schlag. Sie beeinflusst Nährstoffhaushalt, Krankheits- und Unkrautdruck, Bodenstruktur und ist seit 2023 über die GAP-Konditionalitäten (GLÖZ 7 + 8) rechtlich relevant.

Vorfruchtwert (Faustzahlen N-Nachlieferung):

  • Körnerleguminosen (Erbse, Bohne) +30 bis +50 kg N/ha
  • Kleegras +60 bis +100 kg N/ha
  • Raps +20 bis +30 kg N/ha (gute Bodengare)
  • Mais 0 (eher N-zehrend; Strohrotte bindet N)
  • Getreide nach Getreide negativer Vorfruchteffekt (Halmbruch, Schwarzbeinigkeit)

Selbstunverträglichkeit/Anbaupausen:

  • Zuckerrübe: 4–5 Jahre (Nematoden, Heterodera schachtii)
  • Raps: mind. 4 Jahre (Kohlhernie, Sclerotinia)
  • Erbse/Bohne: 5–6 Jahre (Fußkrankheiten)
  • Kartoffel: 4 Jahre (Schorf, Nematoden)

GAP 2023+ — wichtige Konditionalitäten:

  • GLÖZ 6: Mindestbodenbedeckung in sensiblen Perioden
  • GLÖZ 7: Fruchtwechsel auf Ackerflächen ≥ 10 ha — mind. einmal pro Jahr Hauptkulturwechsel (Ausnahmen 2024/25 ausgesetzt — aktuelle Rechtslage prüfen)
  • GLÖZ 8: 4 % Stilllegung bzw. nichtproduktive Flächen (mit Ausnahmen)

Praxisrelevanz für FK Agrarservice: Bei Aussaat- und Düngungsaufträgen muss der Lohnunternehmer Schlagdokumentation zuverlässig liefern — viele Kunden lassen mittlerweile die Aufzeichnungspflicht (DüV, PflSchG) automatisch aus dem Bordrechner erzeugen.

Merksätze
  • Vorfruchtwert ist bare N-Düngung — bis 100 kg N/ha bei Kleegras.
  • Anbaupause ist Pflanzenschutz, ohne Geld auszugeben.
  • GLÖZ 7/8 = Lohnunternehmer muss Schlagdaten sauber zurückliefern.
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