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Eine Fruchtfolge ist die geplante zeitliche Abfolge von Kulturen auf einem Schlag. Sie beeinflusst Nährstoffhaushalt, Krankheits- und Unkrautdruck, Bodenstruktur und ist seit 2023 über die GAP-Konditionalitäten (GLÖZ 7 + 8) rechtlich relevant.
Vorfruchtwert (Faustzahlen N-Nachlieferung):
- Körnerleguminosen (Erbse, Bohne) +30 bis +50 kg N/ha
- Kleegras +60 bis +100 kg N/ha
- Raps +20 bis +30 kg N/ha (gute Bodengare)
- Mais 0 (eher N-zehrend; Strohrotte bindet N)
- Getreide nach Getreide negativer Vorfruchteffekt (Halmbruch, Schwarzbeinigkeit)
Selbstunverträglichkeit/Anbaupausen:
- Zuckerrübe: 4–5 Jahre (Nematoden, Heterodera schachtii)
- Raps: mind. 4 Jahre (Kohlhernie, Sclerotinia)
- Erbse/Bohne: 5–6 Jahre (Fußkrankheiten)
- Kartoffel: 4 Jahre (Schorf, Nematoden)
GAP 2023+ — wichtige Konditionalitäten:
- GLÖZ 6: Mindestbodenbedeckung in sensiblen Perioden
- GLÖZ 7: Fruchtwechsel auf Ackerflächen ≥ 10 ha — mind. einmal pro Jahr Hauptkulturwechsel (Ausnahmen 2024/25 ausgesetzt — aktuelle Rechtslage prüfen)
- GLÖZ 8: 4 % Stilllegung bzw. nichtproduktive Flächen (mit Ausnahmen)
Praxisrelevanz für FK Agrarservice: Bei Aussaat- und Düngungsaufträgen muss der Lohnunternehmer Schlagdokumentation zuverlässig liefern — viele Kunden lassen mittlerweile die Aufzeichnungspflicht (DüV, PflSchG) automatisch aus dem Bordrechner erzeugen.
Merksätze
- Vorfruchtwert ist bare N-Düngung — bis 100 kg N/ha bei Kleegras.
- Anbaupause ist Pflanzenschutz, ohne Geld auszugeben.
- GLÖZ 7/8 = Lohnunternehmer muss Schlagdaten sauber zurückliefern.