Lernmodus FK Agrarservice
Lernfeld 3 · Kapitel 1

Bodenarten, Wasserhaushalt & Befahrbarkeit

Standortkunde

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Im Agrarservice ist die Bodenkenntnis Risikomanagement: Wer einen Schlepper mit 14 t Achslast auf nassen Schluff fährt, produziert in einer Stunde Schäden, die der Kunde fünf Jahre lang bezahlt.

Bodenarten (KA5/Bodenkundliche Kartieranleitung):

  • Sand (S): > 50 % Sand, geringe nutzbare Feldkapazität (nFK 8–14 Vol.-%), hohe Infiltration, geringe KAK → Trockenstress, geringe Tragfähigkeit bei Trockenheit irrelevant (immer befahrbar), aber Auswaschungsrisiko bei N/S
  • Lehm (L): ausgewogen, nFK 18–22 Vol.-%, gute Tragfähigkeit, geringes Verdichtungsrisiko bei richtiger Feuchte
  • Schluff (U): Verschlämmungs- und Verdichtungsbombe — bei Feuchte verformbar, beim Abtrocknen Krusten, Lössböden (z. B. Magdeburger Börde) sehr ertragreich, aber empfindlich
  • Ton (T): > 25 % Ton, hohe nFK (20–25 %), aber nicht alles pflanzenverfügbar; bei Nässe „klebt“, bei Trockenheit Schrumpfrisse

Tragfähigkeit & Verdichtung: Kritische Vorbelastung liegt je nach Bodenart und Feuchte bei 60–120 kPa. Reifeninnendruck darf die Vorbelastung des Bodens nicht überschreiten — Faustregel: Reifendruck ≈ Kontaktflächendruck. Konsequenzen:

  • Doppelbereifung, Terrabereifung oder Reifendruckregelanlage (CTIS)
  • Reifendruck Feld 0,8–1,2 bar, Straße 1,8–2,5 bar

Bodenfeuchte-Test (Knetprobe): Lässt sich eine 3-mm-Wurst rollen → zu nass für Bodenbearbeitung. „Plastische Grenze“ ist die Schwelle zur dauerhaften Verdichtung.

Merksätze
  • Schluff ist die Verdichtungsbombe — Befahrbarkeit zuerst prüfen.
  • Reifeninnendruck darf nicht über der Bodenvorbelastung liegen.
  • 3-mm-Wurst rollbar = Acker stehen lassen.
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