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Im Agrarservice ist die Bodenkenntnis Risikomanagement: Wer einen Schlepper mit 14 t Achslast auf nassen Schluff fährt, produziert in einer Stunde Schäden, die der Kunde fünf Jahre lang bezahlt.
Bodenarten (KA5/Bodenkundliche Kartieranleitung):
- Sand (S): > 50 % Sand, geringe nutzbare Feldkapazität (nFK 8–14 Vol.-%), hohe Infiltration, geringe KAK → Trockenstress, geringe Tragfähigkeit bei Trockenheit irrelevant (immer befahrbar), aber Auswaschungsrisiko bei N/S
- Lehm (L): ausgewogen, nFK 18–22 Vol.-%, gute Tragfähigkeit, geringes Verdichtungsrisiko bei richtiger Feuchte
- Schluff (U): Verschlämmungs- und Verdichtungsbombe — bei Feuchte verformbar, beim Abtrocknen Krusten, Lössböden (z. B. Magdeburger Börde) sehr ertragreich, aber empfindlich
- Ton (T): > 25 % Ton, hohe nFK (20–25 %), aber nicht alles pflanzenverfügbar; bei Nässe „klebt“, bei Trockenheit Schrumpfrisse
Tragfähigkeit & Verdichtung: Kritische Vorbelastung liegt je nach Bodenart und Feuchte bei 60–120 kPa. Reifeninnendruck darf die Vorbelastung des Bodens nicht überschreiten — Faustregel: Reifendruck ≈ Kontaktflächendruck. Konsequenzen:
- Doppelbereifung, Terrabereifung oder Reifendruckregelanlage (CTIS)
- Reifendruck Feld 0,8–1,2 bar, Straße 1,8–2,5 bar
Bodenfeuchte-Test (Knetprobe): Lässt sich eine 3-mm-Wurst rollen → zu nass für Bodenbearbeitung. „Plastische Grenze“ ist die Schwelle zur dauerhaften Verdichtung.
Merksätze
- Schluff ist die Verdichtungsbombe — Befahrbarkeit zuerst prüfen.
- Reifeninnendruck darf nicht über der Bodenvorbelastung liegen.
- 3-mm-Wurst rollbar = Acker stehen lassen.