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Silierung ist eine anaerobe Milchsäuregärung: Milchsäurebakterien (LAB) vergären lösliche Zucker zu Milchsäure → pH sinkt < 4,2 → konserviert.
Vier Phasen:
- Aerobe Phase (0–24 h): Restsauerstoff, Atmung der Pflanzen, Erwärmung — möglichst kurz halten!
- Hauptgärung (1–14 d): LAB dominieren, pH fällt, Milchsäure steigt
- Stabile Phase (Wochen–Monate): pH < 4,2, keine Aktivität
- Entnahmephase: Vorschub > 1,5 m/Woche (Sommer 2,5 m), sonst Nachgärung durch Hefen
Häcksellänge:
- Mais: 4–8 mm bei < 35 % TS, 6–10 mm bei 30–32 % TS — Shredlage mit Cracker für höhere TS
- Gras: 25–40 mm; bei zu kurz → schlechte Verdichtung-Pufferung im Pansen
- Corn-Cracker im Häcksler bricht Maiskörner — entscheidend für Stärkeverdaulichkeit
Verdichtung: Ziel TM-Dichte ≥ 240 kg TM/m³ (Gras) bzw. ≥ 280 kg TM/m³ (Mais). Faustregel Walzschlepper: Walzgewicht [t] ≥ Anlieferung [t/h] / 4.
Silierhilfsmittel (DLG-Wirkungsrichtungen):
- WR 1a: Beschleunigung der Hauptgärung (homofermentative LAB)
- WR 2: Verbesserung aerobe Stabilität (heterofermentative LAB → Essigsäure, Propionsäure)
- WR 4: Erhöhung Vergärbarkeit eiweißreichen Materials
Häufige Mängel:
- Buttersäuregärung (> 0,3 %): nasse Silage + Erdverschmutzung + zu späte Verdichtung
- Schimmel/Hefen: zu langsamer Vorschub oder undichte Folie
- Erwärmung > 5 K über Außentemperatur: aerobe Instabilität
Merksätze
- TM-Dichte ≥ 240 kg/m³ Gras, ≥ 280 kg/m³ Mais.
- Walzgewicht ≥ Anlieferung / 4 — sonst undichter Stock.
- Vorschub > 1,5 m/Woche — alles andere gärt nach.