Lernmodus FK Agrarservice
Lernfeld 12 · Kapitel 1

Kommunalaufträge, Winterdienst & öffentliche Ausschreibungen

Diversifikation & Vergaberecht

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Lohnunternehmen erschließen außerlandwirtschaftliche Märkte vor allem in Winterdienst, Grünpflege, Bauleistungen und Biomasse-Logistik.

Winterdienst (kommunal oder Industrie):

  • Vertrag häufig Bereitschafts- + Einsatzpauschale (z. B. 1 200 €/Monat Bereitschaft + 95 €/h Einsatz)
  • Gerätschaft: Schneepflug (Vario, Gummi), Streuer (Salz/Sole, FS30 Feuchtsalz)
  • Streustoffmenge Salz: 10–30 g/m² je nach Temperatur und Feuchte
  • Pflichten: Lückenlose Einsatzdokumentation (Räum-/Streuprotokoll) — Beweis im Glatteisunfall
  • Versicherung: spezifische Winterdienst-Haftpflicht (Personenschäden)

Vergaberecht: Öffentliche Aufträge ab Bagatellgrenze sind nach GWB / VgV / UVgO auszuschreiben:

  • National: bis EU-Schwellenwert (Liefer-/Dienstleistung 221 000 € netto, 2024) → UVgO/Landesvergaberecht
  • EU-weit: oberhalb Schwellenwert → e-Vergabe-Plattform (TED)
  • Verfahrensarten: Öffentliche Ausschreibung, beschränkte Ausschreibung, Verhandlungsverfahren, Direktauftrag (bis Bagatell)

Angebotsbearbeitung:

  • Form- und Fristbindung — Angebot meist über e-Vergabe in PDF/A + signiert
  • Eignungsnachweise (Präqualifikation, ULV-Auszug, Steuerunbedenklichkeit, Berufshaftpflicht)
  • Kalkulationsblätter (Formblätter 221/222/223) bei Bauleistungen
  • Nebenangebote nur, wenn ausdrücklich zugelassen

Marketingkanäle: Website mit Referenzen, Maschinenring, Branchenportale (z. B. lu-web.de), Social Media (Reels von Erntegespannen).

Merksätze
  • Winterdienst = Bereitschaft + Einsatz + lückenloses Protokoll.
  • Öffentliche Aufträge nur nach VgV/UVgO — Frist- und Formfehler killen das Angebot.
  • Salzmengen 10–30 g/m² — alles darüber ist teurer Aktionismus.
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