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GNSS (Global Navigation Satellite System) umfasst GPS (USA), GLONASS (RU), Galileo (EU) und BeiDou (CN). Ein moderner Schlepper-Empfänger nutzt mehrere Konstellationen und Frequenzbänder gleichzeitig.
Genauigkeitsstufen:
- Standard-GPS (autonom): ±2–5 m → unbrauchbar für Landwirtschaft
- EGNOS/SBAS (kostenlos): ±20–30 cm Spur-zu-Spur, ±1 m absolut → Spritze, Düngerstreuer
- DGPS-Subscription (z. B. TerraStar-L): ±10 cm
- RTK (Real Time Kinematic): ±2 cm relativ und absolut, wiederholgenau → Pflanztechnik, Hacke, Direktsaat
- Eigene Basisstation (Reichweite ca. 15 km) oder NTRIP-Korrekturdienste (SAPOS, AXIO-NET) über Mobilfunk
Anwendungen:
- Parallelfahren (Spurführung Lightbar oder Auto-Steer)
- Section Control: automatische Teilbreitenabschaltung an Vorgewende/Keil → spart 5–8 % Saatgut/Dünger
- Variable Rate Application (VRA): Applikationskarten aus Bodenproben, Biomassesensoren (N-Sensor), Ertragskarten → teilflächenspezifische Aussaat-/Düngermengen
- Telematik & Auftragsmanagement (ISOXML-Aufträge, Cloud-Übertragung)
Wirtschaftlichkeit: RTK-Investition (Lenksystem ca. 12–18 T€ + Korrekturabo 1,2–1,5 T€/a) amortisiert sich im Lohnbetrieb meist im 1.–2. Jahr durch Fahrerentlastung, längere Tageszeiten (Nachtarbeit), reduzierte Überlappung.
Merksätze
- RTK = ±2 cm wiederholgenau — Voraussetzung für Hacke und Strip-Till.
- Section Control spart messbar Betriebsmittel und CO₂.
- Korrekturdienst entweder eigene Basis oder NTRIP-Abo — sonst kein RTK.