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Moderne Schlepper sind rollende Computer-Netzwerke. Ohne CAN-Bus-Verständnis ist keine Diagnose möglich.
CAN-Bus (Controller Area Network): ISO 11898, 250 kBit/s (CAN 2.0 B) bzw. 500 kBit/s. Zwei Leitungen CAN-H und CAN-L mit 120-Ω-Abschlusswiderständen an beiden Enden. Differenzsignal → robust gegen EMV.
ISOBUS (ISO 11783): landwirtschaftliche Erweiterung — ein Terminal steuert beliebige Anbaugeräte herstellerübergreifend. Universal Terminal (UT), Task Controller (TC-BAS/GEO/SC) für Section Control und Teilflächendüngung.
Systematische Fehlersuche (5 Schritte):
- Symptom dokumentieren (was, wann, unter welchen Bedingungen)
- Fehlerspeicher auslesen (DTC = Diagnostic Trouble Code) — Diagnosegerät oder Bordrechner
- Plausibilitätsprüfung Sensorwerte (Live-Daten) — z. B. Kühlmittel-Sensor zeigt −40 °C → Drahtbruch
- Einkreisen: Stecker, Leitung, Sensor, Steuergerät — Multimeter, Oszi
- Reparatur, Löschen, Probefahrt
Häufige Fehlertypen:
- Sporadisch: Korrosion an Steckern (Standardproblem nach Hochdruckreinigung)
- Permanent: defekter Sensor / Aktor, gerissene Leitung
- Plausibilitätsfehler: zwei Sensoren widersprechen sich (z. B. Drehzahl Kurbelwelle vs. Nockenwelle)
Sicherheit: Vor Steuergeräte-Tausch immer Batterie abklemmen und Wartezeit beachten (AdBlue-System: Druckabbau!).
Merksätze
- CAN-H/CAN-L = differenziell, 120 Ω an beiden Enden.
- ISOBUS macht Geräte herstellerübergreifend bedienbar.
- Erst Fehlerspeicher, dann Multimeter — nicht umgekehrt.