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Lernfeld 10 · Kapitel 1

Diagnose: CAN-Bus, Fehlerspeicher & systematische Fehlersuche

Elektronik / Diagnose

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Moderne Schlepper sind rollende Computer-Netzwerke. Ohne CAN-Bus-Verständnis ist keine Diagnose möglich.

CAN-Bus (Controller Area Network): ISO 11898, 250 kBit/s (CAN 2.0 B) bzw. 500 kBit/s. Zwei Leitungen CAN-H und CAN-L mit 120-Ω-Abschlusswiderständen an beiden Enden. Differenzsignal → robust gegen EMV.

ISOBUS (ISO 11783): landwirtschaftliche Erweiterung — ein Terminal steuert beliebige Anbaugeräte herstellerübergreifend. Universal Terminal (UT), Task Controller (TC-BAS/GEO/SC) für Section Control und Teilflächendüngung.

Systematische Fehlersuche (5 Schritte):

  1. Symptom dokumentieren (was, wann, unter welchen Bedingungen)
  2. Fehlerspeicher auslesen (DTC = Diagnostic Trouble Code) — Diagnosegerät oder Bordrechner
  3. Plausibilitätsprüfung Sensorwerte (Live-Daten) — z. B. Kühlmittel-Sensor zeigt −40 °C → Drahtbruch
  4. Einkreisen: Stecker, Leitung, Sensor, Steuergerät — Multimeter, Oszi
  5. Reparatur, Löschen, Probefahrt

Häufige Fehlertypen:

  • Sporadisch: Korrosion an Steckern (Standardproblem nach Hochdruckreinigung)
  • Permanent: defekter Sensor / Aktor, gerissene Leitung
  • Plausibilitätsfehler: zwei Sensoren widersprechen sich (z. B. Drehzahl Kurbelwelle vs. Nockenwelle)

Sicherheit: Vor Steuergeräte-Tausch immer Batterie abklemmen und Wartezeit beachten (AdBlue-System: Druckabbau!).

Merksätze
  • CAN-H/CAN-L = differenziell, 120 Ω an beiden Enden.
  • ISOBUS macht Geräte herstellerübergreifend bedienbar.
  • Erst Fehlerspeicher, dann Multimeter — nicht umgekehrt.
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